Ihr neuer Massivholztisch

02/01/2017
Für viele stellt ein schöner, grosser Tisch das zentrale Element einer Wohnung dar. Früher empfingen Könige und Herzöge an Ihren Tafeln die wichtigsten Gäste – und wiesen Ihnen dem Status nach Plätze zu. Das gibt es heute zwar nicht mehr so oft, trotzdem verbringen auch Sie bestimmt einen grossen Teil Ihrer Zeit am Tisch in Ihrem Zuhause: Sie geniessen feines Essen, trinken guten Wein, diskutieren mit Familienmitgliedern und Freunden, bewirten Gäste, feiern Geburtstage, lesen Zeitung, planen eine Wanderung fürs kommende Wochenende oder spielen mit Ihren Kindern oder Freunden eine Partie UNO, Monopoly oder Scrabble.

Der Individual-Tisch

Vielleicht denken Sie sich deshalb manchmal: Für so einen persönlichen Ort hätte ich gerne etwas richtig Individuelles, das genau zu mir passt und sonst in keinem Wohn- oder Esszimmer steht. Ein mass-geschreinerter Tisch wäre da doch genau das Richtige. Er erfüllt exakt Ihre Bedürfnisse, passt perfekt zur restlichen Inneneinrichtung und alle Gäste werden garantiert darüber staunen. Wer weiss, vielleicht wird der neue Tisch sogar DAS Familienerbstück, das auch noch zahlreichen kommenden Generationen Freude bereitet.
Neu ab Januar 2017 bieten wir sogar einen Tisch-Workshop an. Unter fachkundiger Anleitung schreinern Sie sich, mit Ihrer Familie oder Ihrem Partner, Ihren neuen Traumtisch gleich selber. Weitere Informationen zum Workshop “Eigentisch” erteilen wir gerne persönlich und bald wird auch ein neuer Blogpost dazu erscheinen.

Egal, ob Sie den Tisch selber mit-schreinern oder schreinern lassen, gerne zeige ich Ihnen, auf was Sie bei Ihrem neuen Tisch achten müssen.

Die Tischgrösse

Als erstes muss klar sein, wie gross der Tisch werden soll. Dabei haben sich in der Schreinerbranche folgende Masse etabliert: Die Oberkante der Tischplatte sollte 720 bis 750 Zentimeter über dem Boden sein – je nach Körpergrössen. Bei der Berechnung der Tischlänge kommt es auf zwei Dinge an: Wie viel Platz haben Sie in Ihrer Wohnung und wie viele Personen sollen an dem Tisch sitzen können. Die minimale Tischgrösse lässt sich nach einer einfachen Formel berechnen:

Tischlänge = Anzahl der Personen an der Längskante x 600mm.

Wenn auch an den Stirnkanten des Tisches Personen sitzen sollen, rechnet man pro Längsseite noch 200 mm mehr auf die Länge des Tisches. Das klingt komplizierter als es ist. Wenn Sie einen Tisch für 6 Personen möchten, an dem vier Personen an den Längsseiten und zwei Personen an den Stirnseiten sitzen, ergibt sich eine Tischlänge von
1200mm + 200mm + 200mm = 1600 mm. (vgl. Skizze)
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Die Breite des Tisches beträgt normalerweise so zwischen 800 und 1100 mm. Wenn Sie z. B. ein Racletteofen in der Mitte des Tisches noch platzieren möchten, ist ein 800 mm breiter Tisch zu schmal. Ebenfalls kommt es darauf an, ob Sie den Tisch gerne in der Mitte noch dekorieren z. B. mit Tischläufern oder Kerzen – dann sind Sie oft froh um zusätzliche 10 cm. Wir produzieren am häufigsten Tische mit einer Breite von einem Meter.

Damit der Tisch auch rundherum gut zugänglich ist, muss zudem beachtet werden, ob Sie Stühle oder eine Sitzbank einplanen. Für einen angestellten Stuhl berücksichtigt man 500-600 mm in der Tiefe. Zum Aufstehen und zurückschieben des Stuhls zusätzliche 400-500 mm. Wird noch ein Bewegungsraum, zum Beispiel zum Bedienen benötigt, sind nochmals 700 mm anzusetzen.

Natürlich können Tische auch vorübergehend erweitert werden, wenn Sie Gäste haben oder eine Kinderschar zum Mittagessen kommt. Sei es mit einer einfachen Ansteckplatte an der Tischstirnseite, mit einem angenehm zu bedienenden Auszugssystem oder einfach mit zusätzlichen kleineren Tischchen.

Für mich privat habe ich einen Asteichen-Tisch von 1100 x 2400 mm hergestellt. Denn wir haben häufig und gerne Gäste, aber stellen auch immer wieder die Pfannen und Schüsseln direkt auf den Tisch, damit sich jeder selber bedienen kann. Deshalb bin ich froh, habe ich einen etwas breiteren Tisch geschreinert und weil ich genug Platz habe, kann ich so auf eine Ansteckplatte verzichten. Einziger Nachteil eines so grossen Tisches für 3 Personen ist, dass sich am anderen Ende die Post, die Zeitungen und sonstiger Krimskrams stapeln… 🙂
 

Das Material sorgt für die Ästhetik

Ihnen stehen zig verschiedene Holzarten zur Verfügung. Sie unterscheiden sich in ihrer Farbe, ihrer Maserung, der Textur und ihrer Beständigkeit. Drei beliebte Holzsorten für Tische sind Eiche, Kirschbaum und Nussbaum. Aber auch Ulme und Esche und auch Kernbuche werden häufig verarbeitet.

Eichenholz ist der Klassiker für Massivholztische. Die goldene bis braune Farbe und die dezente, gleichmässige Maserung machen es optisch sehr ansprechend. Ausserdem ist es gut zu bearbeiten, pflegeleicht und ziemlich widerstandsfähig. Eichenholz gibt es auch im „Wilden Look“, also mit vielen Astlöchern und etwas gröberen Zügen.

Kirschbaumholz ist ein edles, rötliches Holz. Es ist sehr hart und schwer, deshalb kann es gut gepflegt werden. Sowohl die Bearbeitung als auch die Oberflächenbehandlung sind recht einfach. Wie beim Nussbaumholz unterscheidet man auch hier die Amerikanische und die Europäische Variante.

Nussbaumholz eignet sich vor allem, wenn man einen dunklen Tisch will. Das Holz hat ein sattes Braun mit einem leicht rötlichen Stich. Auch dieses Holz ist sehr hart und schwer. Beim Nussbaumholz kommt es darauf an, ob es aus Europa oder Amerika stammt. Die Europäische Variante ist in der Regel heller, als die Amerikanische.

Alternativ zu Massivholz steht Ihnen natürlich auch die einfachere und oftmals auch günstigere Möglichkeit offen, mit Hartholz furnierte Span- oder Sperrholzplatten zu benutzen.
Für die Holzwahl Ihres Tisches muss Ihnen schon auch bewusst sein: beim Farbton kommt auch die Mode ins Spiel. Diese ändert sich auch beim Holz alle fünf bis zehn Jahre. Zurzeit ist Eiche sehr im Trend und Buche ist total „out“.Wir verkaufen auch sehr häufig Nussbaumtische. Der Grund hierfür ist einfach zu finden: die Kundschaft wählt im Wohnbereich einen hellen Holzboden und als Kontrast bietet sich hierfür der Nussbaum geradezu optimal an. Andere dunkle Holzarten gibt es nicht, bzw. stammen entweder aus Tropengebieten oder wurden chemisch oder physikalisch behandelt.

Der Nachteil an Nussbaumholz ist aber leider, dass es sehr teuer ist. Ich werde häufig gefragt, warum dies der Fall ist und kann es ganz einfach erklären: Beim Nussbaum steht das geringe Angebot in keinem Verhältnis zur grossen Nachfrage. Hier suchen Holz-Einkäufer international nach guten Stücken. Während in unseren Wäldern zahlreiche Buchen wachsen, findet man den Nussbaum nur sehr selten. Daher: Nussbaum top, Buche flop!

Bei uns in der Ausstellung können Sie verschiedene Tische mit verschiedenen Hölzern, wie auch diverse Holzmuster begutachten. Sie können Test-Sitzen, die Tische ausziehen und natürlich sich umfassend beraten lassen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und die Kontaktaufnahme.    

Über die Autorin

Barbara Hüsser
Barbara Hüsser
Geschäftsführerin von Hüsser Innenausbau und passionierte Schreiner-Bloggerin. Nach der Matura zunächst Studium an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz bis zum Abschluss als Sekundarlehrerin. Nach kurzer Lehrertätigkeit, Einstieg in den Schreinerberuf mit der Lehre zur Schreinerin. Parallel dazu Ausbildung am Schweizerischen Institut für Unternehmensführung zur Betriebswirtschafterin. Barbara Hüsser führt den 1913 gegründeten Familienbetrieb Hüsser Innenausbau in der vierten Generation.

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