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Ein Chriesistei-Bad für Silvan

Der kleine Silvan vom Friedsliberg ist ein Sonnenschein. Er lacht laut und viel – wenn auch nicht ganz freiwillig. Seit der Geburt lebt er mit dem seltenen Angelman-Syndrom. Der Alltag für die Familie ist eine Herausforderung und es bedarf vieler Therapien. Um die Familie ein bisschen zu entlasten, sponserte der Lions Club Mutschellen-Kelleramt eine spezielle, massgeschreinerte Therapiekiste.

Gibt es ein schöneres Geschenk, als ein herzliches Kinderlachen? Wohl kaum. Deshalb ist es nur schwer nachvollziehbar wenn das auffällig häufige Lachen eines Sohnes oder einer Tochter auf einmal Grund zur Besorgnis wird. Das Angelman-Syndrom ist eine seltene angeborene Störung, bei der die körperliche und geistige Entwicklung verzögert ist. Die Betroffenen «Angels» (auf Deutsch Engel) lachen typischerweise überdurchschnittlich oft und wirken sehr fröhlich. Die geistige Entwicklung der Betroffenen erreicht in etwa den Stand von Kleinkindern.

Auf dem Friedlisberg in der Gemeinde Rudolfstetten lebt die Familie Binder mit dem 4-jährigen Silvan und dem 1½-jährigen Florian. Als Silvan knapp 2 Jahre alt war, wurde bei ihm das Angelman-Syndrom diagnostiziert.

Als Laie lässt es sich nur schwer erahnen, wie viel Energie, Geduld und Zuversicht es bedarf, um einen «normalen» Familienalltag mit einem Angelman-Syndrom Kind bewältigen zu können. Denn die «Angels» sind oft hyperaktiv, haben Mühe sich zu konzentrieren und leiden zum Teil unter massiven Schlafstörungen und Epilepsieanfällen. Weils sie sich nicht selbst versorgen und Gefahren nicht erkennen können, benötigen Betroffene mit dem Angelman-Syndrom auch als Jugendliche oder Erwachsene ständige Betreuung.

Geheilt werden kann Silvan nicht. Aber durch verschiedensten Therapiearten wird der Alltag erleichtert. Im Vordergrund der Therapien steht oftmals der Begriff «Selbstständigkeit». Durch entwicklungsfördernde Hilfen und Massnahmen wird Silvan herangeführt, sich selbstständig anzuziehen, selber zu essen und eigenständig zu spielen. Natürlich reagieren die Angelman-Betroffenen ganz unterschiedlich auf die verschiedensten Therapien, wie Ergotherapie, Logopädie, Physio- oder Hippotherapie.

Othmar Brem, Mitglied vom Lions Club Mutschellen-Kelleramt, kennt Silvan und seine Familie. Der Lions Club ist ein Service Club und unterstützt durch diverse Aktivitäten ganz unterschiedliche Projekte, Menschen und Institutionen. Brem hatte vorgeschlagen mit einer Lions Aktivität Silvan und seine Familie zu unterstützen. Die restlichen Lions-Mitglieder und auch der amtierende Lions-Präsident Matthias Hüppi waren von der Idee begeistert. Im Gespräch mit der Mutter von Silvan kristallisierte sich ein besonderer Wunsch ganz deutlich heraus: «Toll wäre es, wenn wir ein eigenes Kirschstein-Sinnes-Bad bei uns zu Hause hätten!». Denn eine spezielle Art von Ergotherapie wird mit Hilfe von Kirschsteinen durchgeführt. Die «Chriesistei» bieten ganz viele Spielmöglichkeiten und gleichzeitig wird gezielt die Feinmotorik gefördert. Diese ist einer von vielen wichtigen Grundsteinen, um selbstständig mit Löffel und Gabel essen zu können. So wurde eigens eine Fühl- und Erlebniskiste konzipiert. Die Kiste mit den Kirschsteinen soll geschlossen werden können, Platz für zwei Personen bieten, jedoch nicht zu gross und zu schwer sein und sie muss transportfähig bleiben.

Mit diesen Anforderungen nahm der Lions Club Mutschellen mit Hüsser Innenausbau Kontakt auf. Othmar Brem fragte uns: «Könnt ihr eine solche Kiste für Silvan schreinern?» Und ob wir das können! So wurde die Arbeit für Silvans Chriesistei-Bad aufgeteilt: die Lions kümmerten sich um die Kirschsteine und wir um das Holz. Die Fühl- und Erlebniskiste zu schreinern ist nicht nur aufgrund des ideellen Hintergrunds eine tolle Lehrlingsarbeit. Es bereitet dem 3. Lehrjahr Lernenden auch Spass wieder einmal mit Massivholz ein massgefertigtes Produkt herzustellen. Elijah durfte die Kiste von A-Z selber schreinern: Pläne zeichnen, Stückliste schreiben, Bestellungen tätigen, Massivholz auswählen und dann sämtliche Arbeiten an den Maschinen und am Bank selbstständig ausführen. Die Kiste fertigte Elijah aus Buchenholz, da dieses besonders hart und robust, aber auch gut zum Bearbeiten ist. Auf den Seiten wurden Plexiglasscheiben eingesetzt, damit die Mutter Silvan jederzeit überwachen kann. Die Kiste steht auf Rollen, um sie von einem Raum in den nächsten zügeln zu können. Für die Oberflächenbehandlung haben wir uns für Lack entschieden, damit das Holz optimal geschützt ist und die Familie keinen zusätzlichen Pflegeaufwand hat. Die Kiste ist 1.2m hoch, damit die Kirschsteine nicht rauspurzeln können und 1.2m lang, so dass auch Gspändlis, der jüngere Bruder oder Therapeuten mit Silvan in der Kiste spielen können.

   

Am 18. Mai war es dann so weit: die Therapiekiste wurde auf den Friedlisberg chauffiert und Silvan durfte zum ersten Mal sein neues Spielzeug bestaunen und ein erstes Chriesistei-Bad nehmen. Mit grossen Augen und einem breiten Lachen auf den Lippen setzte sich Silvan in die Kiste und beginnt sogleich mit den Kirschsteinen zu spielen. Aber nicht nur Silvan ist von der Kiste begeistert. Auch sein jüngerer Bruder und dessen Freund spielten kichernd mit den Kirschsteinen und liessen der Fantasie freien Lauf.

Sieht man die Kleinen in der Therapie-Kiste spielen, wird sofort klar: die Spende hat ihren Zweck mehr als erfüllt. Denn, es gibt wirklich nichts Schöneres als ein herzliches Kinderlachen!

   


«Kein Geschenk dieser Welt ist so wertvoll und besonders wie der Blick in strahlende, glückliche Kinderaugen.»

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